Neben natürlichen und quasinatürlichen standörtlichen Potenzialen spielen
nutzungsgeschichtliche Aspekte eine wesentliche Rolle in der Differenzierung der
Vegetation in Mitteleuropa. In einer Landschaft, die so lange menschlichen
Einflüssen unterliegt, sind auch scheinbar natürlich ablaufende Prozesse einer
anthropogenen Prädisposition unterlegen.
Die Resilienz verschiedener Vegetationstypen und Pflanzenarten gegenüber
menschlichen Eingriffen ist verschieden. Die Qualität und Quantität der sich
in historischer Zeit ergebenden Eingriffe und Veränderungen zeigten sich
häufig noch über lange Zeit in der Vegetation. Durch Vergleiche
unterschiedlicher Nutzungsgeschichte und –abläufe werden die Auswirkungen
ehemaliger Nutzungen auf die aktuelle Vegetation interpretierbar.
Aufgrund von Luftbild- und Kartenmaterial können grobe
Nutzungsveränderungen über längere Zeiträume verfolgt werden. Eine aktuelle
vegetationskundliche Erfassung unter Berücksichtigung dieser Ergebnisse
ermöglicht es bestimmten historischen Zuständen charakteristische
Artenkombinationen zuzuordnen.