Geobotanik
Universität Freiburg

  Dr. Pascal von Sengbusch
 
Startseite
Mitarbeiter
Lehre
Forschung
Publikationen & Diplomarbeiten
Tagungen & Vorträge
Phytocoenologia

 

 

Zurück
Dr. Pascal von Sengbusch
Büro für ökologische Gutachten 
>
Moorkunde, experimentelle Ökologie, Naturschutz<
Diplom-Biologe
E-Mail: pascal.von.sengbusch@polarwind.net
Telefon:

Forschungsschwerpunkte

  • Ökologie bewaldeter Moore von Mitteleuropa bis zur borealen Zone
  • Schwerpunkt Schwarzwald: Populationsdynamik und Wachstum der Moor-Kiefer in Abhängigkeit von Eigenschaften des Torfes in naturnahen und hydrologisch gestörten Mooren
  • Untersuchung der gefährdeten Moor-Kiefer im Schwarzwald (Projekt der Stiftung Naturschutzfonds)

Aktuelle Forschungen

Wachtumspotenzial der Grindenmoore
Projektlaufzeit Juni 2008
- Febr. 2010

Projekt Stiftung Naturschutzfonds / Ministerium für Ernährung und ländlichen Raum

Wegen der extrem hohen Niederschläge konnten sich im Nordschwarzwald im Gegensatz zu anderen Mittelgebirgen auch Moore auf gipfelnahen Kuppen, Hängen und Sätteln bilden.

 

         

Durch eine im Mittelalter einsetzende Brandrodung (Schaffung von Weideflächen) wurden die Moore und ihre Umgebung nachhaltig verändert. Es kam zu Versumpfungen benachbarter Torfgleye und zu sekundärer Moorbildung. Da das sekundäre Torf- und Moorwachstum wegen ungünstiger Bedingungen bald zum Erliegen kam, setzte eine Sukzession ein, die bis heute nicht abgeschlossen ist.

Die Moor-Kiefer besiedelte nach Nutzungsaufgabe nach und nach die freigewordenen Moorflächen und eroberte so vorübergehend einen weit größeren Lebensraum als auf den ursprünglichen Mooren. Viele Besucher verbinden mit den Grinden heute das großflächige Vorhandensein der Latschen.

Tatsächlich ist das Latschenstadium auf weiten, flachtorfigen Flächen aber nur eine Zwischenstation in der (Rück)-Entwicklung zu den ursprünglichen Vegetationstypen oder zu Moorwäldern. Die Fichte dringt heute raumgreifend in viele Bestände ein.

Auf den meisten mächtigeren Moorlinsen stagniert das Moorwachstum heute, so dass Stillstandskomplexe vorliegen, die von Heidekraut beherrscht werden aber noch gehölzfeindlich sind.

Die auf geringere Flächen konzentrierte, vielerorts bedrohte Hochmoorvegetation ist stellenweise bedroht. In manchen Flächen wurden früher auch Entwässerungsmaßnahmen eingerichtet.

Für den Naturschutz stellt sich die Frage, wie mit dem Vordringen der Fichte umzugehen ist und welche Entwicklungsziele für die weiten, flachgründigen Moorflächen formuliert werden können.

Im aktuellen Projekt werden Untersuchungen zum Wasserhaushalt der Grindenmoore durchgeführt, um abschätzen zu können,

  • ob überhaupt noch wachsende Moorbereiche vorliegen
  • ob die Vernässung für eine Torfbildung noch ausreicht
  • ob das Entfernen von Gehölzen eine positive Auswirkung auf den Wasserhaushalt der Moorflächen hat.

Es wird in Probeflächen der Wasserstand unter Flur gemessen

Es wird der Wassergehalt des Torfes in der ungesättigten Zone gemessen (TDR-Sonde)

Es wird der Torfzersetzungsgrad sowie die Torfbildung erhoben.

Die Neigung aller Probeflächen wird gemessen

Eine Erhebung von Vegetationsaufnahmen soll die Datenerhebung im Torf ergänzen.

           

In einer vergleichenden multivariaten Analyse wird untersucht, ob Hangneigung und Torfbildung korrelieren und ob folglich Reifestadien von Mooren vorliegen, die wegen zu raschem lateralem Abfluss nicht mehr wachsen können.

Die Ergebnisse könnten auch Hinweise darauf liefern, ob die klimatischen Bedingungen heute ein Moorwachstum nicht mehr zulassen.

Publikationen

  • von Sengbusch, Pascal (1996): Die Wassermoose des Feldberges, exper.-ökologische Diplomarbeit am Lehrstuhl für Geobotanik, Inst. f. Biologie II, Universität Freiburg.
     

  • von Sengbusch, Pascal / Bogenrieder, A. (2001): Rückgang der Moor-Kiefer im südlichen Schwarzwald, Naturschutz und Landschaftsplanung, Heft 8, 2001. Verlag Eugen Ulmer.
     

  • von Sengbusch, Pascal (2004): Untersuchungen zur Ökologie der Moor-Kiefer Pinus rotundata LINK im Südschwarzwald, 1998-2002, Forschungszentrum Karlsruhe / Projekt für angewandte Ökologie N98003. Veröffentl. als Buchdruck in "Dissertationes Botanicae" Bd. 388 / 2004.
     

  • von Sengbusch, Pascal (2006): Untersuchung der gefährdeten Moor-Kiefer im Schwarzwald ", 2002-2004, Stiftung Naturschutzfonds / Ministerium Ländlicher Raum, Projekt 64-8831.21/54691-0217GL. Veröffentlicht als Buchdruck in "Dissertationes Botanicae" Bd. 400 / 2006.

Zum Seitenanfang

Zurück

 

 
Uni Freiburg Biologie I Biologie II Biologie III Botanischer Garten