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Vitis vinifera: Zwischen 1995 und Ende 2008 beschriebene Stilbene     
                                        
 

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(Last modification: 21. November 2010)

Resveratrol und Derivate in der Weinrebe (Vitis vinifera)

Aus Wikipedia

Vitis vinifera

Grapes of Vitis vinifera

Grapes of Vitis vinifera

Grapes of Vitis vinifera

Bilder aus Wikipedia (German, English, Italian, and French versions).

 

Anmerkungen

  • Dies ist kein Versuch auf Vollständigkeit; er versucht lediglich, die Stilbene in der  Weinrebe zusammenzufassen
    20.05.2010: Eine zusätzliche Seite mit den Stilbenen, die in der Weinrebe zwischen 1995 bis Ende 2008 neu identifiziert wurden: Mehr...


   Resveratrol (cis- und trans-Form, die trans-Form viel häufiger als die cis-Form) und die anderen Haupt-Stilbene, wie Pterostilben (3,5-Dimethylresveratrol), Piceid (ein Resveratrolglucosid), Epsilon-Viniferin (ein Resveratrol-Dimer), und Alpha-Viniferin (ein Resveratrol-Trimer) wurden zunächst als Phytoalexine in Blättern entdeckt (Langcake and Pryce, 1976; Pryce and Langcake, 1977; Langcake and Pryce, 1977a; Langcake and Pryce, 1977b; Langcake et al., 1979; Blaich and Bachmann, 1980; Langcake, 1981). Die Strukturen werden in Fig. 1 gezeigt.

Resveratrol (trans- and cis-forms) and its most often occurring derivatives
Fig. 1
Resveratrol (trans- und cis-Formen) die häufigsten Derivate. Die Farben kennzeichnen die Resveratrol-Monomere.

   Alle, besonders Resveratrol, Piceid, und Pterostilben, wurden dann in allen untersuchten Geweben gefunden (e.g. Lamikanra et al., 1996; Adrian et al., 2000; Versari et al., 2001; Wang et al., 2009).
    Andere wurden zuerst in Zellsuspensions-Kulturen nachgewiesen, wie z.B. Piceatannol und sein Glucosid (Astringin) (De Lima et al., 1999), Delta-Viniferin und Pallidol (Fig. 2) (Waffo-Téguo et al., 2001; Pezet et al., 2003).

    Die meisten von uns möchten jedoch erstmal wissen, welche Substanzen in den Trauben und dann im Wein vorkommen. Generell kann man sagen, das die in Fig. 1 gezeigten Substanzen in den Beeren und im Wein vorhanden sind, siehe z.B. Lamuela-Raventos and Waterhouse, 1993; Waterhouse and Lamuela-Raventos, 1994; Goldberg et al., 1995; Lamikanra et al., 1996; Sato et al., 1997; De Lima et al., 1999; Romero-Pérez et al., 1999; Versari et al., 2001; Cantos et al., 2002; Moreno-Labanda et al., 2004; Vitrac et al., 2005; Sun et al., 2006; Naugler et al., 2007).

 Resveratrol derivatives (piceatannol, astringin) usually present in lower concentrations, and some oligomers
Fig. 2.
Resveratrolderivate (Piceatannol, Astringin), und einige Oligomere.
Die Farben kennzeichnen die Resveratrol-Monomere.

   Zusätzlich wurden eine Reihe von Resveratrol-Derivaten beschrieben, und einige können in ziemlich hoher Konzentration auftreten. Die Formeln sind in Fig. 2:
a) Pallidol und seine Glucoside (Baderschneider and Winterhalter, 2000; Naugler et al., 2007; He et al., 2009),
b)
Vitisin A (Schwarz et al., 2003; Seya et al., 2009), Ampelopsin B, ein Resveratrol-Dimer (Seya et al., 2009),
c)
Hopeaphenol (Guebailia et al., 2006; Seya et al., 2009) (zwei Moleküle von Ampelopsin B; ursprünglich vor vielen Jahren aus einer anderen Pflanze beschrieben (Coggon et al., 1965; Coggon et al., 1966)).
Diese Liste ist sicherlich nicht vollständig. Besonders die Varietät Vitis vinifera 'Kyohou' und andere Vitis Arten/Unterarten enthalten noch mehr Oligostilbene (s. z.B. Ito et al., 1999).
Die Pharmakologie der meisten dieser Substanzen wurde nicht systematisch untersucht, nach meiner Kenntnis, und die Biosynthese ist unbekannt. Es ist z.B. nicht klar, ob sie enzymatisch gebildet werden, oder ob sie durch oxidative Prozesse bei der Weinherstellung/Reifung entstehen (s. z.B. Cichewicz et al., 2000).

Einige allgemeine Kommentare

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 Enzyme der Resveratrol- Biosynthese und der Derivate

Die Biosynthese von Resveratrol wird bereits an anderer Stelle ausführlich besprochen (mehr...), und deshalb wird hier nur auf die Weinrebe eingegangen.

cDNAs für Resveratrolsynthase wurden beschrieben (Melchior and Kindl, 1990; Sparvoli et al., 1994). Die Summe der Ergebnisse ergab, dass es in Vitis vinifera eine grosse Genfamilie für dieses Protein gibt  (Sparvoli et al., 1994).
Die funktionelle Analyse rekombinanter Proteine zeigte, dass 4-Coumaroyl-CoA das bevorzugte Substrat ist, wie man von der Dominanz von Resveratrol erwarten würde. Wie bei anderen Stilbensynthasen (STS, die Resveratrolsynthase ist eine STS) ist wahrscheinlich, dass Piceatannol und Astringin (Fig. 2) durch das gleiche Enzym, aber aus Caffeoyl-CoA synthetisiert werden, also einem Substrat, welches bereits zwei benachbarte Hydroxylgruppen enthält. Interessanterweise kann Resveratrol im Menschen durch Cytochrom P450 CYP1B1 hydroxyliert werden, zu Piceatannol (Potter et al., 2002). Das ist vermutlich der Grund, warum manche Webseiten angeben, dass Piceatannol ein Degradations-Produkt von Resveratrol ist. Ein bisschen einseitig; es wäre sicherlich gut, wenn sich die Autoren mal ansehen würden, was in der Pflanze vorhanden ist.
Eine interessante Frage ist, ob die Stilbensynthase aus der Weinrebe wohl den
"Aldol Switch Mechanismus"  (Aldolschalter) verwendet, der bei der Stilbensynthase (STS) aus der Kiefer entdeckt wurde. Aber die für den Aldolschalter charakteristischen Aminosäuren scheinen in dem Enzym aus der Weinrebe zu fehlen, und so sieht es aus, als ob hier ein alternativer Mechanismus für die STS-Typ Ringfaltung verantwortlich ist (mehr...).
Die STS kann in allen Pflanzengeweben aktiv sein, und sie wird durch viele Stressbedingungen induziert. Von besonderem Interesse ist natürlich die Situation in den Beeren, da diese die Basis für den späteren Gehalt an Resveratrol im Wein sind. Deshalb gibt es eine ganze Reihe von Publikationen darüber; hier nur eine kleine Auswahl: Lokalisierung in den Berren
(Fornara et al., 2008), Aktivität in gesunden Trauben (Gatto et al., 2008), und die Expression im Verlaufe der Reifung, Eintrocknung, und die Wirkung von UV-Behandlung  (Versari et al., 2001). Besonders die Behandlung der Beeren mit UV kann zu einer beträchtlichen Zunahme an Resveratrol führen  (Bais et al., 2000; Cantos et al., 2002; Cantos et al., 2003).

Die Synthese von Pterostilben (Fig. 1) benötigt O-Methyltransferase-Aktivitäten (OMT), und eine cDNA für ein solches Protein wurde beschrieben. Es ist bemerkenswert, dass dieses Enzym wahrscheinlich beide Methylierungen durchführt: Eine Ko-Expression der STS mit der OMT in  transgenem Tabak führte direkt zu Pterostilben (Schmidlin et al., 2008).

Die Bildung von Piceid (Fig. 1 ) und Astringin (Fig. 2) setzt eine Glucosyltransferase voraus, und eine cDNA für ein solches Protein wurde charakterisiert  (Hall and De Luca, 2007). Interessanterweise ergab die funktionelle Analyse des rekombinanten Proteins, dass es polyfunktional ist: Es glucosylierte Resveratrol, Flavonoide, und Coumarine bei leicht alkalischem pH (pH 8-10), aber Hydroxybenzoesäuren und Hydroxyzimtsäuren bei niedrigerem pH (pH 5.5-7). Die Autoren zeigten auch, dass die Beeren von Vitis labrusca sowohl Stilbenglucoside als auch Glucose-Ester von Hydroxyzimtsäuren akkumulieren; dies passt zu einer bi-funktionalen Funktion in der Modifikation von Stilbenen und Hydroxyzimtsäuren.

Genomsequenzen

   Grosse Anstrengungen werden unternommen, das ganze Genom zu sequenzieren  (Jaillon et al., 2007; Velasco et al., 2007; Doddapaneni et al., 2008; Grimplet et al., 2009), und die Verfügbarkeit der Sequenzen wird unter anderem viel dazu beitragen, die Biosynthesen und ihre Regulation besser zu verstehen.

 

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